Rot-Weiß-Essen-Manager Uwe Koschinat wurde gerade entlassen …

Essen. Rot-Weiss Essen muss in der 3. Liga wieder um den Klassenerhalt bangen. Dadurch könnte auch der Stadionausbau noch wackeln, weiß unser RWE-Kolumnist.
Ein Gutes hat es, Fan von Rot-Weiss Essen zu sein: Die Zeit heilt alle Wunden und das verdammt schnell. Abstiege ausgenommen. So Klatschen wie die in Verl tun weh, das Gewürge auch noch krankheitsbedingt am TV mitansehen zu müssen, gönnt man nicht mal seinem Feind.
Ein paar Tage brauchte ich schon, um das Spiel, die Art und Weise der Niederlage, zu verdauen. Jede sachliche Kritik an dem Auftritt ist absolut nachvollziehbar, verständlich und gerechtfertigt. Von wegen schlaflos in Verl. War schon ein extrem müder Kick der Koschinat-Schützlinge in Ostwestfalen. Das wirft jedes Mal die Frage auf, wie schafft dieser verhältnismäßig kleine Klub es Jahr für Jahr, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzuzimmern, obwohl Leistungsträger in schöner Regelmäßigkeit zu vermeintlich größeren Vereinen wechseln. Gleiches gilt für Viktoria Köln.
Rot-Weiss Essen braucht den Stadionausbau
Unstrittig arbeiten dort seit Jahren Leute mit sehr viel Sachverstand. Scouting und Jugendarbeit wurden zielgerichtet aufgebaut und eingebunden. Im Gegensatz zu Rot-Weiss Essen existiert dort eine Spielidee, der alles untergeordnet wird. Spieler und Trainer werden danach ausgesucht. Der SC Freiburg lässt grüßen. Danke Hürthi für diesen Hinweis.
Bis heute ist nicht klar definiert, was offiziell unter dem Begriff Hafenstraßen-Fußball zu verstehen ist. Kommt ein neuer Trainer, ändert sich meist das Spielsystem. Aktuell natürlich müßig, darüber zu diskutieren. Was zählt, ist der Klassenerhalt. Von diesem hängt eine Menge ab, zum Beispiel der Stadionausbau. Zumindest erhöhen sich dadurch die Chancen auf Fertigstellung der Spielstätte und einer Aufwertung des Essener Norden insgesamt. Schade, dass Oberbürgermeister Thomas Kufen nicht den Trump machen kann, also einfach per Dekret den Ausbau anordnen und fertig. Kamera an. Kugelschreiber raus. Schwungvoll unterschreiben. Ende der Diskussion. So teuer ist das Projekt nun auch nicht. In New York kriegste dafür gerade mal vier Bananen mit Klebeband.
Rot-Weiss Essen: Trennung von Dabrowski wird teuer
Rot-Weiss Essen dürfte die Trennung von Ex-Trainer Christoph Dabrowski dagegen teuer zu stehen kommen. Rauswürfe gibt es nicht für Noppes. So ist das Geschäft. Mit Abfindungszahlungen müssen sich Vereine abfinden. Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf hat diese Einigung zum Glück nicht. Auch das Endspiel um den Niederrheinpokal gegen den innig geliebten MSV Duisburg spielt derzeit noch keine große Rolle, obwohl, da werfen die Bielefelder den amtierenden Deutschen Meister Leverkusen aus dem Pokal, und Du denkst, das gibt’s doch nicht. Welcher Rot-Weiss-Fan träumt nicht von solchen Siegen für die Ewigkeit?
Fürs erste reicht ein Sieg über die Unsinkbaren seit 1965 aus Mecklenburg-Vorpommern. Hansa Rostock ist Sonntagabend zu Gast an der Hafenstraße 97A. Nicht nur sportlich ein richtig dicker Brocken. Die Weiß-Blauen besitzen noch alle Chancen, die Liga nach oben hin zu verlassen, während Rot-Weiss Gefahr läuft, den unteren Weg gehen zu müssen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Koschinat-Schützlinge nicht nur wegen der sehr schicken neuen Meisterschafts-Retro-Sondertrikots weitaus besser aussehen werden als in Verl.
Rot-Weiss Essen: Keine Pfiffe für Cedric Harenbrock
Damit die Toiletten nach dem Abpfiff auch noch gut aussehen, wurden die Schilder „Bitte einzeln eintreten“ von den Klotüren entfernt. Wenn es nicht so traurig wäre. Ein Wiedersehen gibt es mit „Raumdeuter“ Cedric Harenbrock, dem anders als Vinko Sapina, ein Pfeifkonzert erspart bleiben dürfte. Ihm gönne ich sogar den Ehrentreffer zum 3:1 Endstand für Rot-Weiss Essen. Die Punkte bleiben bei den Unkaputtbaren seit 1907. In diesem Sinne, bis Sontag.